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Geschichte der MKK

Mit großer Wahrscheinlichkeit liegt der Ursprung der Musikkapelle Kollmann bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, denn in der Musikkapellenchronik wird bemerkt, dass im Jahr 1904 der Musikant Josef Baumgartner (Leitner) das Ehrendiplom von der Musikkapelle Kollmann für 50 Jahre Tätigkeit als Euphoniumbläser erhielt. Mit Sicherheit steht aber fest, dass die Musikkapelle Kollmann 1856 bei der Eröffnung der Grödner Straße beim »Starzer« mitwirkte, was auf ein älteres Gründungsjahr schließen lässt.
Da in Bezug auf das 19. Jh. keine eigene Vereinschronik und auch keine Pfarrchronik mehr vorhanden ist, liegen die weitere Entwicklung der Musikkapelle sowie die Begebenheiten und personellen Besetzungen in Bezug auf Musikanten, Obmänner, Kapellmeister usw. leider im Dunkeln.

Im Jahr 1922 beginnt die neue Chronik der Musikkapelle. Damals zählte der Verein bereits 22 aktive Mitglieder und der Kapellmeister war Johann Bauer (Leitner).

Am 3. Oktober 1926 wurde erstmals der »Kollmanner Kirchtag« gefeiert. Anlässlich einer Glockenweihe an diesem sogenannten Rosari (Rosenkranz)-Sonntag wurde den ganzen Nachmittag über auf der Unterweger-Veranda musiziert. Bereits ein Jahr später, am 2. Oktober 1927, wurden anläßlich des Kirchtages folgende Spiele angeboten: Herzenuhr, Maulwurf und Fischerei. Die Marketenderinnen verkauften Gebäck, Kastanien wurden gebraten und Trauben verkauft. Der »Kollmanner Kirchtag«, veranstaltet stets von der Musikkapelle, wurde im Laufe der Jahrzehnte zu einem fixen Treffpunkt für Einheimische, Ausgewanderte Kollmanner und Bürger angrenzender Gemeinden. Noch heute ist dieses traditionelle Fest ein Publikummagnet, bei dem von den Musikanten und vielen fleißigen Helfern Eisacktaler Törggelekost, allerlei Süßigkeiten und verschiedenste Getränke feilgeboten werden. Diverse Spiele und traditionelle Blas- und Tanzmusik umrahmen das bunte und fröhliche Treiben.

Mit dem Beginn des Faschismus musste die Musikkapelle dem »Dopolavoro« beitreten. Die musikalische Freiheit wurde aber vorerst nicht eingeschränkt. Erst am 17. April 1935 wurden der Kapellmeister von Kollmann Johann Bauer sowie dessen Amtskollegen aus Barbian, Waidbruck und Lajen zum Podestá Alberto Scarpa vorgeladen. Zweck war die Übergabe der Verwaltung und des Kassastandes an den Präsidenten des Dopolavoro. Italienische Musikstücke, Reparaturen und notwendige Neuanschaffungen an Instrumenten sowie die eventuelle Verfpflegung sollten vom Dopolavoro organisiert werden. Für jede Ausrückung hätte angesucht, an Nationalfeiertagen gespielt werden müssen. Sämtliche Vertreter erbaten sich Bedenkzeit, da sie sich mit den Mitgliedern aussprechen mussten. Nach einem missglückten Versuch zur „Katholischen Aktion“ überzuwechseln versuchte der Kapellmeister beim Podestá eine Verlängerung der Frist mit der Begründung zu erwirken, daß die Autorensteuer schon entrichtet sei. Es gab aber nur 2 Optionen: Entweder jegliche Tätigkeit einzustellen oder sich den Bedingungen der Machthaber zu unterwerfen. Der Kapellmeister Johann Bauer gab daraufhin die Erklärung ab, dass die Tätigkeit eingestellt wird.

Auch die Nachkriegsjahre waren für die Musikkapelle nicht einfach. Viele Musikanten waren damit beschäftigt, sich eine neue Existenz aufzubauen und hatten deshalb wenig Zeit für das Vereinsleben. Einen erfreulichen Aufschwung erlebte die Musikkapelle erst in der Mitte der 50er Jahre, als der bekannte Komponist und damalige Bezirkskapellmeister Emil Hornoff mehrere Proben abhielt.

Am 5. Juli 1959 wurde der Verein wegen Zeitmangels der einzelnen Musikanten aufgelassen und erst 7 Jahre später, im Februar 1966, wiedergegründet. Nach einer großen Sammelaktion in Kollmann und Umgebung für den Kauf neuer Instrumente begannen wieder 22 Männer gemeinsam zu musizieren. In diesem Jahr trat die Musikkapelle auch dem VSM (Verband Südtiroler Musikkapellen) bei. Weil es im Nachbardorf Waidbruck und auch im eigenen Dorf wenig Musikanten gab, beschlossen beide Kapellen, sich zusammenzuschließen und bei Konzerten gemeinsam aufzutreten. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, denn am 3. August 1969 erzielte die Musikkapelle Kollmann/Waidbruck bei einem Wertungsspiel in Albeins einen 1. Rang mit Auszeichnung und bei einem Wertungsspiel in Meran ebenfalls einen 1. Rang. Da es im Laufe der Zeit in beiden Dörfern wieder genügend Musikanten gab und auch der Probeablauf nicht wunschgemäß vonstatten ging, wurde dieser Bund im Jänner 1970 wieder aufgelöst.


Am 1. Oktober 1989 wurde die neue Vereinsfahne eingeweiht. Sie wurde von Franz Hofer-Unterschinter und dessen Frau Maria (Mariele) gespendet, die auch die Patenschaft dafür übernommen haben. Es wurde ein großes Fest mit zahlreichen Ehrengästen und mehreren Musikkapellen aus der Nachbarschaft gefeiert.

2006 gelang es der Kapelle, bei der Europameisterschaft der Böhmischen & Mährischen Blasmusik in Auer den Titel in der Unterstufe zu holen, was der Kapelle ein gutes Medienecho mit viel Beifall und Anerkennung im Ort und auch außerhalb einbrachte.

2008 konnte in der gleichen Musikrichtung ein weiterer Erfolg verzeichnet werden: 2. Platz in der Mittelstufe beim 1. Südtiroler Festival der Böhmischen und Mährischen Blasmusik in Mühlbach.

Die Tracht

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges trat die Kapelle in einem dunklen Anzug auf. Danach trugen alle Musikanten ein einheitliches schwarzes samtenes Leibchen, verziert mit kleinen bunten Blümchen. Am 7. Oktober 1956 stellte die Musikkapelle der Bevölkerung dann ihre neue Tracht vor. Diese bestand aus schwarzer lodener Hose, rotem Leibchen, grünen Kraxen, weißem Leinenhemd, bunter Krawatte, brauner Lodenjacke und einem schwarzen Filzhut mit schwarzer Quaste. Auf dem Hut wurde eine »Brennende Liab« =Geranie aufgesteckt. 1968 wurde die Tracht mit einem federkielbestickten Gürtel mit der Aufschrift „Kollmann“ und den Abbildungen einer Harfe sowie mehrerer Trauben und Blumen vervollständigt.

Die Kollmanner Böhmische

Bei verschiedenen Veranstaltungen sorgt die Kollmanner Böhmische für Tanz und Unterhaltung. Ins Leben gerufen wurde sie von Christian Gantioler (Niggl Hons) Anfang der 70er Jahre und besteht ausschließlich aus Musikanten der Kapelle. Den Mitgliedern der Böhmischen wird zusätzlich zu den Verpflichtungen in der Kapelle bei Proben und zahlreichen Auftritten im In- und Ausland einiges abverlangt.

Mädchen in der Kapelle

Die Musikkapelle Kollmann war eine der ersten Kapellen in Südtirol, die Mädchen in ihre Reihen aufgenommen hat. Seit 1974 bis heute waren immer zwischen zwei und vier Mädchen als Musikantinnen dabei.

Räumlichkeiten

Als Probelokale dienten früher meist leerstehende Räume wie etwa jene im jetzigen Schulgebäude (1946), beim Unterweger (1947), hinter dem Gastlokal beim Oberweger (1948-1952), im oberen Stockwerk der Feuerwehrhalle (1953-1976), im alten Vereinssaal des Schulhauses (1977-1980) und im Kellergeschoss des Kindergartengebäudes (1981-2000). Seit 2001 ist der Sitz der Musikkapelle im Dachgeschoss des Gegenschreiberhauses untergebracht, das mit moderner Einrichtung und raumakustischer Ausstattung den heutigen Anforderungen voll Rechnung trägt.